Dienstag, 10. Februar 2015

Kurzes zum Verweilen und ein Onlineshop

Eine Runde Staub wischen auf dem Blog hier und für alle, die dennoch ab und an vorbeischauen, ein wenig neue Querdenkerei in Text und Bild. Und vorweg noch der Hinweis auf den neuen Onlineshop, bei dem es künftig alle Veröffentlichungen von Brot&Kunst als Sparte im Programm von Der Kleine Buch Verlag zu erstehen gibt.

Unter diesem LINK  gibt es "Die Abenteuer des Walter X", sowie "Sentimental Fool" zu kaufen. Cover, Informationen und ISBN-Nummern stehen dabei. "Sentimental Fool" wird es ab Juli im Verlagsprogramm geben, mehr Informationen dazu kommen in Kürze.


Nachfolgend zwei Produkte einer Nacht:






Zweiuhrfünfzehnpathosprahlerei

There is a good chance,
          that I do not have the slightest idea
          of what is going on
          oder wie Bret Easton Ellis schon sagte:
          "You do an awfully good impression of yourself".

Schnappschüsse der weiteren Irrfahrten
          eines Verbonauten,
          ein Kanonensalut direkt aus dem Ausguck
               von Abseits des weltlichen Wirrwarrs
               schickt der heimliche Systemdeserteur
               in die große weite Welt.
Peter Pan auf Fahnenflucht
          vor der unerträglichen Leichtigkeit
          einer gehobenen Mittelklasseexistenz
          und vor kafkaesken Figuren
               mit gutbürgerlichen Namen
               in kleinstädtischen Behörden.

Die Kumpanensegel so hoch gerafft,
          wie die Erwartungshaltung tief sitzt,
          auf ständigem Inflationskurs
               mit der Kunst im Gepäck
braucht der überflüssig gewordene
               Held unserer Zeit
               nur 800 EUR und ein wenig Pfandgeld auf Wochenbasis
                    und er schlägt sich die Nächte um die Ohren,
                    produziert gebrauchsfähige Prosa
                    oder entartete Lyrik,
braucht nur leere Versprechungen auf Selbsterfüllung
               und er hält das Rad am Laufen,
                    bis die Achse bricht,
               in einem Leihwagen auf der Fahrt ins Nirgendwo,
                    die Zukunft ausgesetzt an einer 24-Stunden-Tankstelle,
                    die Gegenwart als Beifahrer,
                         nörgelnd und das Spritgeld enthaltend,
                    die Ideologie eine verdrängte Liebschaft
                    und der Zynismus als erschreckend
                    zuverlässiger Freund auf der Rückbank vor sich hindösend,
braucht nur den Blues in seiner Reinform,
               wie bei einer mehrstündigen Zugfahrt
                    und die Walkman-Batterien versagen
                    bereits nach der zweiten Station,
               wie Charlie Parker in den letzten Minuten
                   bei Anblick seines zerbeulten Saxophons,
braucht nur den guten Stoff,
               die richtige Mischung aus
               drei Teilen Wut, zwei Teilen Trotz,
               einer Prise fehlgeleiteten Intellekts
               und einem ganz großen Teil
               von dieser I-don't-give-a-fuck-Einstellung,
                    und schon sprechen müde Lippen simple Wahrheiten
                    in zersprungene Ohren,
                    getaktet auf den Puls der Zeit.

Und bleibt auch sonst nichts,
               so gehen dennoch Grüße raus
               an meine Erzeuger,
               an die kleine Schar trotzender Mitstreiter
               und an die Frau,
                    die um mich sorgt.




Shoutouts gehen raus an alle Supporter, 
an Sonia Lauinger
und an die Assel(n).


Sonntag, 8. Februar 2015

Die Gloria...

... sieht jetzt anders aus. Genau wie bei RAIDER, das hieß plötzlich auch TWIX ;)


Vorher:
Download: www.openclipart.com


Nachher:


Download: www.fotolia.com, by Helen Cingisiz

Freitag, 6. Februar 2015

Kalender...

... allerdings ohne Bilder... ;o) Um ein Jahreszeitenbild aufzukleben oder einzufügen, habe ich die Seiten im Material gelassen.


Jänner-Version

Donnerstag, 5. Februar 2015

Lyrik im Quadrat # 4 | Paul Blau | "Voodoo Firlefanz"

Der zweimonatliche Blogpost, einen kleinen Applaus bitte. Vielen Dank, das reicht nun auch. Ernsthaft. Kommen wir zum Anlass dieses Posts, einer neuen Veröffentlichung, der vierten in unserer Edition Lyrik im Quadrat. Die Rede ist von Paul Blau und seinem Konzeptalbum "Voodoo Firlefanz".



Paul Blau (bürgerlich bekannt als Martin Schmitt) hat eine eigene Webseite, zu der man HIER gelangt und auf der sich viele Infos über ihn und sein Wirken finden, denn der Ersteller dieses Beitrags traut seinem durch zwei Instantkaffee induzierte Schreibdrang nicht allzu viel zu. Also weiter im Programm. Paul Blau trat in den Kreis der Kumpanen nach dem Bücherbüffet 2013 (wir berichteten), als er in einer Mail seine Bewunderung für unsere bisherigen Veröffentlichungen kund tat, "Aufbruchstimmung" und "Rastlosigkeit" darin lobend diagnostizierte und zwar kein Brot&Kunst Büchlein erwarb, bald darauf aber ein sehr interessantes Manuskript einreichte, welches nun endlich in Buchform erschienen ist. 


Die Idee hinter "Voodoo Firlefanz" ist die eines Konzeptalbums. Die meisten der Texte entstanden anlässlich von Aufenthalten in der Hansestadt Hamburg, die vielen Schwarz-Weiß-Fotografien wurden ebenfalls größtenteils dort vom Autoren geschossen. Literaturgenretechnisch ließe sich die Schreibe von Paul Blau wohl als "Prosaskizzen mit lyrischen Elementen" bezeichnen. Soll heißen die mitunter stark abstrahierten Momentaufnahmen sind in Strophenform und mit wiederkehrenden, teils reimenden Refrains versehen.  

Aber genug der Theorie, hier kommen die bunten Bilder, aufgenommen von Cane Harry (bürgerlich Viktor Schwab) bei der Vernissage zu "Voodoo Firlefanz" im KOHI am Karlsruher Werderplatz und datiert auf letzten Sonntag, den 25. Mai. 

Der Verlagsfotograf scheute keine Mühen, um die frisch aus der Druckerei 
eingetroffenen Bücher ansehnlich herzurichten und so noch den ein oder 
anderen Passanten spontan zu interessieren.


Neben Gratisstickern gab es Kekse. Und zwar nicht irgendwelche, 
sondern die guten IKEA-Kekse. 


Die Lyrik im Quadrat-Familie. Leicht zu sehen: "Voodoo Firlefanz" ist mit 
108 Seiten so dick wie die beiden vorherigen Bücher zusammen (dennoch 
genau so teuer). Schwieriger zu erahnen: die beiden vorherigen Bücher sind 
schon fast vergriffen, also am besten direkt bei Paul Blau zugreifen, bevor 
sein Buch das gleiche Schicksal ereilt (zumindest bis zur Zweitauflage).


Blumen und Buch und der blaue Paul im Hintergrund. 


Fokuswechsel auf kaffeetrinkenden Autoren kurz nach 
seiner ersten Gesangsdarbietung. Wer den Guten noch nicht live 
erlebt hat, der sollte das dringend nachholen. 


Detail aus dem Buch: das Inhaltsverzeichnis.


Und der Verleger war natürlich auch anwesend. Zumeist jedoch inknognito am Beobachten
des sommersonntäglichen Treibens auf dem Werderplatz, wo zwei kleine Kinder mit 
einem viel zu großen Fußball spielten. Und das kleinste davon einmal sogar den Ball 
ableckte. Aber davon gibt es natürlich leider keine Fotos.


Soweit zu den Impressionen der Releaseparty/Vernissage. Im Anschluss finden sich noch ein paar Screenshots, die den Satz und Aufbau des Buches ein wenig näher beleuchten. Für all die Typografienerds unter den Lesern hier. 

Never change a winning team: 
auch in "Voodoo Firlefanz" findet sich der Titel wieder mittig auf 
schwarzer Seite, das zum Gedicht gehörende Bild links daneben. 


Das Titelgedicht ist ein gutes Beispiel für die gestalterische Flexibilität, 
die seitens der Setzer (Sonia Lauinger und Florian Arleth) gefordert war. 
Als Font wurde jGaramond gewählt, Schriftgröße 12. Textbeginn ist 
mittig, korrespondierend mit dem Titel. Bei diesem Gedicht ist sehr 
gut zu erkennen, wie sich Prosa mit Lyrik abwechselt und dem wurde 
durch Blocksatz bzw. linksbündigem Satz und willkürlichen Zeilenenden
Rechnung getragen.


Der "Regenmantelmann".


Und der Text dazu in voller Länge. Gut zu erkennen hier ist, dass 
eine zusätzliche Zeile am unteren Rand angelegt wurde, um zum 
einen eine zusätzliche Seite zu vermeiden, zum anderen sicherzustellen, 
dass die Refrains an gleicher Stelle und auf gleicher Höhe erscheinen


Soweit zur neusten Veröffentlichung der Kumpanen. Im Laufe des Juni wird es noch ein Video von Paul Blau zu seinem Buch geben. Bis dahin werft gerne einen Blick auf die Webseite der Lyrik im Quadrat-Reihe und sichert euch bei Interesse ein Exemplar von "Voodoo Firlefanz" unter brotundkunst@googlemail.com.

Mittwoch, 4. Februar 2015

Mal was Neues...

Matobe ist wieder enteist und mein neues Material ist online :o)
Wenn's euch interessiert, schaut mal unter:


Freiarbeit

Ich bin ja ein Fan von Freiarbeit - ARBEIT - nicht spielen.
Nun stellt sich mir aber immer wieder die Frage: Wo zieht man die Grenze? Wann ist es "einfach nur spielen" und wann ist es Arbeit? Die Grenze ist verschwommen und sicherlich auch ein Stück weit Ansichtssache. Ich habe viele verschiedene Materialien. Und bei manchen bin ich mir manchmal unsicher, wie ich sie einordnen soll. Den Kindern fällt es natürlich auch nicht leicht, zu unterscheiden. Wie auch, wenn selbst ich es nicht genau weiß.

Nun habe ich eingeführt, dass auf den Mathesachen der kleine Mathepinguin draufklebt, auf den Deutschmaterialien entsprechend der Deutschpinguin und dann gibt es noch die Kategorie "knobeln und nachdenken". Außerdem gibt es einen Aufkleber mit einem Regenschirm, der für Spielen und Regenpause steht. In der Regenpause MUSS schließlich niemand ARBEITEN! :o)

Seit diese Schilder, dank der Mithilfe unserer Referendarin, nun fast überall draufkleben, ist es deutlich strukturierter in der Freiarbeitzeit. Am Schrank kleben zusätzlich dieselben Bilder mit Erklärung, sodass man nachschauen kann, falls man sich unsicher ist. Außerdem habe ich die Taschen von Ikea zum Aufhängen auch noch in ROT gekauft und kann nun Mathe in BLAU und Deutsch in ROT einsortieren. Das ist schön übersichtlich. Morgen gibt's ein Foto. (Umgeräumt worden ist nämlich auch noch! Konzentrationsfördernde Maßnahmen! Dazu morgen mehr...)

Nun noch mal eine Frage, bei der mich einfach mal interessiert, wie ihr die Sache seht.
Ist das Freiarbeit oder eher spielen? :o)





Montag, 2. Februar 2015